
FLUGTAG 2026


Das Magazin „der adler“, die Branchenzeitschrift für die private Luftfahrt in Baden-Württemberg, hat über uns Biberacher einen hübschen Artikel über unsere Anfänge verfasst. Dieser Artikel zeigt ab Seite 38 unsere wunderschöne 75-jährige Geschichte.
Quelle: „der adler 12/2025“.

Am 25. Juni 2023 gab es bei uns Segelfliegern in Biberach wieder einen besonders Moment: Maurice Binder absolvierte mit gerade einmal 15 Jahren seinen ersten Alleinflug. Dieser Tag markiert nicht nur einen persönlichen Triumph für Maurice, sondern auch einen stolzen Augenblick für unseren Verein.

Maurice, der seine Ausbildung zum Segelflugpiloten so jung begann, hat seitdem mit Hingabe, Fleiß und einer außergewöhnlichen Lernbereitschaft auf diesen Tag hingearbeitet. Sein erster Alleinflug war das Ergebnis zahlreicher Stunden theoretischen Unterrichts und praktischer Übungen, begleitet von unseren erfahrenen Fluglehrern.
An diesem sonnigen Junimorgen stieg Maurice mit einer Mischung aus Aufregung und Konzentration in das Cockpit. Davor jedoch galt es noch von zwei Fluglehrern ein letztes Mal überprüft zu werden, denn Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle. Mit einer ruhigen Hand und einem klaren Blick für die Thermik meisterte er dann seinen 1. Solo-Flug souverän und zeigte dabei eine Reife und Flugfähigkeit, die für den Segelflugsport notwendig sind. Um direkt die Fähigkeiten und die Freude am alleine Fliegen zu festigen, folgten dann zwei weitere Flüge.
Für unseren Segelflugverein steht Maurices Erfolg symbolisch für die Essenz dessen, was wir als Gemeinschaft fördern: die Leidenschaft für das Fliegen, die Weitergabe von Wissen und die Unterstützung junger Talente auf ihrem Weg in die Lüfte. Sein Alleinflug erinnert uns daran, dass Alter nur eine Zahl ist, wenn es um Hingabe und das Erreichen von Zielen geht.

Segelfliegen ist mehr als nur ein Hobby; es ist eine Kunst, eine Wissenschaft und ein Weg zur Freiheit bis heran an die Wolken. Der erste Solo-Flug eines jeden Piloten symbolisiert den Übergang von der Theorie zur Praxis, von Lernen zu Können. Es ist ein unvergleichliches Gefühl, allein die Kontrolle zu übernehmen und die Stille sowie die Majestät des Himmels zu erleben.
Unser Verein legt großen Wert darauf, junge Enthusiasten wie Maurice früh zu fördern. Schon mit 14 Jahren kann man bei uns mit der Ausbildung beginnen, und mit 16 Jahren ist es möglich, den Segelflugschein zu erlangen. Dies bietet Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit, Verantwortung zu lernen, physikalische Gesetze praktisch anzuwenden und ein tiefes Verständnis für die Natur und Technik des Fliegens zu entwickeln. Allerdings kann das Segelfliegen auch im höheren Alter erlernt werden.

Maurices Geschichte ist eine Inspiration für uns alle und ein Beweis dafür, dass mit Entschlossenheit und Unterstützung Träume in die Realität umgesetzt werden können. Wir ermutigen alle, die vom Fliegen fasziniert sind, sich uns anzuschließen und den ersten Schritt in eine Welt voller Abenteuer, Herausforderungen und unvergesslicher Erlebnisse zu wagen.
In diesem Sinne gratulieren wir Maurice nochmals herzlich zu seinem ersten Alleinflug und freuen uns darauf, ihn und viele andere junge Talente auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten und zu unterstützen.
Dieser Blogbeitrag unterstreicht nicht nur einen persönlichen Meilenstein für Maurice, sondern auch den Stellenwert der Jugendförderung in unserem Segelflugverein. Wir sind stolz auf Maurice und alle jungen und alten Piloten, die den Himmel als ihre Leidenschaft entdeckt haben.

Die Saison 2021 ist (leider) zu Ende, doch konnten wir insbesondere bei den Flugschülern schöne Erfolge feiern. So hat Peter Aßfalg seine praktische Prüfung zum Flugschein am 22. September bestanden und Luca hat seinen ersten Alleinflug noch am 09. Oktober gemacht. Wir gratulieren!
Für seine Verdienste um die Fliegerei in Biberach ist Helmut Engel beim Bürgertag von Oberbürgermeister Norbert Zeidler mit der Bürgerurkunde ausgezeichnet worden. Helmut Engel sei ein Flieger durch und durch, sagte der OB in seiner Laudatio.

Sage und schreibe 37.217 Flüge und 8.144 Flugstunden habe Helmut Engel bisher absolviert, das sind umgerechnet knapp 340 ganze Tage, also fast ein ganzes Jahr, das der Pilot in einem Flugzeug verbracht habe, sagte der OB. Seinen ersten Flug habe er am 15. April 1944 unternommen, also noch während des Krieges. „Dass ein 13-Jähriger in Biberach vom Lindele aus zu seinem ersten Flug startet: das dürfte doch ziemlich einzigartig sein“. 1950, als die Gründung von Vereinen von den Alliierten wieder erlaubt wurde, habe Helmut Engel gemeinsam mit anderen Enthusiasten die Interessengemeinschaft Segelflug in Biberach gegründet. Weil kein Flugzeug mehr zur Verfügung stand, habe man auf dem Dach des Vereinslokals, dem Schwarzen Rössle, selber eins gebaut: einen Schulgleiter, Typ SG 38. 1951 konnte der Erstflug mit dem Flieger Marke Eigenbau starten. „Und anscheinend haben Sie alles richtig gemacht: Sie sitzen ja noch fit vor uns!“, so der OB. In der Folgezeit habe Engel parallel zur aktiven Fliegerei unterschiedliche Funktionen für den Luftsportverein übernommen: Kassier, Schriftführer, erster und zweiter Vorsitzender, außerdem sei er lange Jahre Mitglied im Prüfungsrat des Regierungspräsidiums gewesen. Seine große Leidenschaft habe der Ausbildung des Flugnachwuchses gehört. Zunächst als Segelfluglehrer, später auch als Motorfluglehrer habe er das Fliegervirus an die junge Generation weitergegeben. Unter seiner Leitung sei die Motorflugschule des Luftsportvereins Biberach gegründet worden. Außerdem sei er in Waldsee in der Ausbildung tätig gewesen. Summa summarum habe er auf diesem Weg rund 1.000 Flugschülern das Fliegen beigebracht. Helmut engels Engagement, sein Einsatz rund um die Fliegerei und den Luftsportverein Biberach sei großartig. Und er sei, mit einem Modewort gesprochen, mehr als nachhaltig. „Denn Sie sind letztlich der Kopf einer ganzen „Fliegerschule“, die bei Ihnen die Kunst des Schwebens in schwindelnden Höhen gelernt hat.“

– Biberach Kommunal, 11. Oktober 2021 –